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| aktuelle News | sensomatic | |||||||
| 28|02|00 | waga mama | |||||||
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"Very nice greetings from london! It is very beautiful and interesting and funny here!" Das stand auf allen zehn Postkarten, die meine (Christine) Mama von ihrem Wochenendbesuch hier in London nach Hause schickte. Für die Oma hat sie's aber übersetzt, die restlichen Addressaten waren u.a. der Molzbichler Kirchenchor und der Sparverein, dessen freitägliches "Kastl-Ausheben" die Mama als Schriftführerin ausnahmsweise mal versäumt hat. Desweiteren hat sie organisiert dass die Oma inzwischen den Papa daheim bekocht und einmal die Milch vom Steinbrugger holt. Gar nicht so einfach, wenn man als Multi-Funktionärin und Hausfrau und Mutter mal ein paar Tage verreisen will. Gut gefallen hat es ihr schon, das hat sie mir bestätigt. Zwar war die Mama immer schon um halb acht munter, als wir noch (ausser der Inge) tief geschlafen haben, die Zeit wusste sie sich aber immer zu nutzen - meist mit Sich-im-Haushalt-Nützlich-Machen. Unser Herd war noch nie so sauber. Bilanz also: Sightseeing mit Bus, der Buckingham Palace, ein schöner Park mit schönen Pflanzen, überhaupt super Blumen und auch viele Vögel, Westminster Abbey, die Themse mit Riesenrad, der Big Ben, der Tower, die Tower Bridge, das Design Museum, eine Bauhaus Ausstellung, Chinatown, eine "Kunst um 1900" Ausstellung, und etwas Shopping zwischendurch. Ausserdem fast jedes erdenkliche Wetter und eine kulinarische Reise um die Welt, von Italien nach Japan, Frankreich, Indien und nicht zu vergessen: "das würde unserem Papa auch schmecken" English Breakfast. Deshalb ist die Mama heute auch mit einem Koffer voller Bacon, Sausages und Baked Beans abgereist. Hoffentlich kommt das heil in Molzbichl an! |
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| 23|02|00 | smoke kills | |||||||
Demonstrieren ist ungesund. Und zwar zum einen für das gegen was man demonstriert und zum anderen für einen selber, da man vom Herumstehen kalte Füße bekommt und davon dann Schnupfen und Halsweh. Ich habe jetzt also Schnupfen und Halsweh. Es gibt noch etwas das ungesund ist. Rauchen, zumindest mindestens für die Engländer. Nicht nur weil man davon stirbt, Haarausfall und graue Zähne bekommt, sondern weil man fast nirgendwo rauchen darf, da verboten und so sind die Raucher gezwungen, während der Arbeitszeit schnell und heimlich aus dem Fenster und die Fassade herab zu klettern um vor der Tür, zitternd (solche Wortfüllsel machen Berichte wesentlich lebhafter), sich in Höchstgeschwindigkeit eine Zigarette zurechtzurauchen UND kalte Füße zu holen. Dann werden sie krank und schwupp heißt es wieder Influenza im anrollen. Irgendein Rowdy verschleppt sie wieder nach Europa und 30% aller Österreicher können wieder nicht zur Arbeit gehen während andere brave Nichtraucher arbeiten, es sei denn sie demonstrieren und schon wieder Gesundheitskatastrophe. Der Bernhard aus Köln hat mir heute aus Köln seine super CD
geschickt. Lied elf ist ein Hit, nur leider nicht radiotauglich, da das
Lied über Zehn Minuten lang ist und den Radiostationen durch das Spielen
mindestens drei Werbeblöcke durch die Lappen gehen würden (wie
ein Fisch einer alten Nudistenoma im Bach). Hach, es ist schön die
Welt erklären zu können!
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| 21|02|00 | gemischte gefühle | |||||||
Angefangen hat's am Freitag. Da musste ich (die Christine) zum ersten mal unterrichten. Ja, ich weiss, ich wollt das eigentlich nicht mehr machen, aber die Bezahlung ist einfach zu verlockend. Also unterrichte ich jetzt mit einem Studienkollegen namens Elias gemeinsam ein "Interactive Multimedia" Module an der Westminster Uni. Die Studenten sind sehr brav, viel braver als in Wien, und ausserdem BSc, was soviel heisst wie Bachelor of Science - im Unterschied zu Bachelor of Arts - kurzgesagt sind sie also auch noch gescheit. Meine Aufgabe bei der ganzen Sache ist es, denen was von Interface Design zu erzählen. Der Elias erklärt denen Director und Lingo, und dann kann's losgehn: dann müssen sie nur noch ein Projekt machen, und schon dürfen wir ihnen beim Assessment Fragen stellen und Noten geben. Egal, was ich eigentlich erzählen wollte ist: mich hat am Freitag die Bibliothekspolizei fast verhaftet. Der Kurs ist nämlich in unserer Bibliothek, in einem der Computerräume, und in der ganzen Bibiothek natürlich absolutes Lebensmittelverbot: No food, no drinks. Ich aber, verschlafen und verklebt, hol mir in der Pause einen Cappucino to takeaway und geh damit zurück in unseren Raum. Plötzlich rauschen zwei uniformierte Menschen herein, einer nimmt mir den Kaffee weg, die andere verlangt meinen Ausweis. Ich werde vorgewarnt dass wenn so etwas noch einmal passiert, ich nicht mehr in die Bibliothek darf, und hab auch noch einen Strafzettel bekommen. Sehr verdutzt bin ich dann mit meinem Cappucino rausgegangen. In unserem HRC Computerraum ist mir sowas noch nicht passiert - dank unserem lieben Techniker namens Phil.
Der Phil ist ein lieber Kerl, er verborgt zum Beispiel gerne Mobiltelefone oder Digitalkameras, von denen er einen Fundus zuhause hat. Er hat jetzt eine Freundin, das heisst: er lebt jetzt mit seiner Freundin zusammen, die er in irgendeinem MOO oder MUD kennengelernt hat, und die extra aus Kanada gekommen ist. Manchmal beschwert er sich aber... Meingott aber ich schweife schon wieder aus. Also weiter: am Freitag abend waren wir japanisch essen in Soho, in einem Lokal namens HiSushi, in dem bunte Tische in den Boden versenkt sind, damit die kleinen japanischen Kellner wie Riesen aussehen. Und als der Koch aus der Küche gepoltert kam haben wir alle kurz einen Schrecken gekriegt: Das war wie in einem Godzilla-Film. Das Essen war exzellent. Dann kam der Samstag und erstmal ein paar telefonische Absagen von Freunden die doch keine Zeit zum Demonstrieren hatten. Der harte Kern, das waren die Jane, der Flo und ich, sind aber hingegangen. Wir hätten gesagt es waren 200, aber angeblich waren es 1000 Menschen, die da am Belgrave Square in ein Kuhgitter eingesperrt Parolen gegen die österreichische Botschaft schmetterten. Es waren mindestens ebensoviele Polizisten dort. Wir haben kaum was verstanden wegen dem Verkehrslärm, aber komisch ist uns das ganze schon vorgekommen: eigentlich ging es gar nicht so sehr um Österreich sondern vielmehr um die Interessen der Institutionen, die die Demo organisiert und mit Plakaten bestückt hatten, auf denen geschrieben stand: "smash Haider now", "by any means necessary" oder "Haider is Hitler". Hinterher sind wir draufgekommen dass das Gebäude, vor dem wir standen, gar nicht die österreichische Botschaft war. Die war dort ums Eck, in einer kleinen Gasse. Danach haben wir uns in einem Pub erholt und sind dann mit der Jane nach Brixton gefahren, wo wir einen Staffellauf von Bar zu Bar absolvierten, bis wir erschöpft in die letzte U-Bahn plumsten. |
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| 13|02|00 | unser kleines küchenwunder | |||||||
Guten Tag auch. Heute morgen mussten wir unwahrscheinlich früh aufstehen. Am Dienstag unternahmen wir bereits den ersten Versuch noch vor dem ersten Hahnenschrei auf der Welt aufzustehen, scheiterten jedoch kläglich (ich habe einfach den Wecker auf später gestellt). Heute bimmelte also um halb acht der Wecker und wir standen in Eiseskälte auf um rechtzeitig unseren Arzttermin wahrzunehmen. Wenn man hier zum Arzt will, muss man sich registrieren lassen und danach noch einen health check machen. Registriert sind wir schon und so mussten wir nur noch checken. Man kommt dabei zu einer Nurse die einem neben Blutdruckmessen hauptsächlich Fragen stellt und die Antworten dann in ihren Computer tippt. Vielleicht hat sie aber auch nur ein Spiel gepielt, das konnte ich leider nicht erkennen. Sie fragte mich, ob ich irgendwelche Probleme habe, oder irgendwelche Allergien (oh ja!), wer der stellvertretende Bahnhofsvorsteher am Paddington Bahnhof 1956 bis 1958 war und so Zeug. Ich wusste alles und durfte gehen. Fällt mir gerade noch ein, dass wir letzte Woche die weltweite Europapremiere der digital projizierten Toystory 2 hatten. Und gleichzeitig war nebenan europäische Weltpremiere von und mit Leonardo die Craspitschio, den Herden von kleinen, bunt bekleideten und angemalten minderjährigen Mädchen anschrien und mit allerlei unnützen Dingen bewarfen. Wir sahen nur wie seine weisse, endlos lange, so lang, dass sie nur gerade ausfahren konnte, weil sie sonst eines der vielen Häuser beim abbiegen mitgerissen hätte, Limousine, verzweifelt nach einem Parkplatz suchen und natürlich fand sie keinen. Da waren noch ein paar andere, kleinere Autos von anderen berühmten Transvestiten aber die interessieren ja keinen. Der Film (Toy...) war sehr gut und am nächsten Tag waren alle entsetzt, dass Leonarda Pickel und kleine Haare im Gesicht hat, außerdem schielt er wenn er besoffen ist und dann hat er auch noch mit einer Allsaintssängerin im Bad rumgeschnackselt, die Sau. Wir brüten hier gerade übrigens eine schöne neue Sache aus und heute wurde, kurz bevor ich nach Hause kam jemand auf der Strassenseite gegnüber ermordet. Ich sah nur weissblaue Bänder mit "nicht kreuzen" draufgeschrieben im Wind tänzeln und Polizisten neben Fotografen und Männern mit Silberkoffern herumlaufen (wie im Fernsehen). Das mit dem Mord meint übrigens der indische Lebensmittelverkäufer von nebenan, mir ist nur ein Krankenwagen mit Blaulichtern entgegengefetzt. Der Inder war heute morgen, wie auch wir stromlos. Warum weiss keiner, es waren nur sämtliche Alarmanlagen auf vollkaracho eingestimmt und unser lieblings Feuermelder summte auch wieder fröhlich sein Lied. Dann war irgendwann (laut Christine, ich muss ja arbeiten...) angeblich alles wieder ruhig und keiner weiss warum. Christine entdeckte heute Abend unser kleines Küchenwunder. Es handelt sich dabei um eine Frischhaltefolie die einfach nicht zu Ende geht, egal wieviel man von ihr herunterrollt. Wenn das mal keine Sache ist, oder? |
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| 13|02|00 | a little bit of shocking | |||||||
ein Woche später: Ja, an diesem sonnigen Sonntagmittagsfrühstück erwähnte Christine beiläufig, dass wir ja fast schon ein halbes Jahr hier (in London) sind. Kurz überlegte ich, wieviel Englisch ich denn schon gelernt habe und kam auf durchschnittlich zwei Wörter im Monat (eines davon ist ruby: roter Pickel im Gesicht). Wenn ich davon ausgehe, dass mir etwa noch 5000 Wörter fehlen um mich halbwegs zivilisiert verständigen zu können (wenn schon nicht auf deutsch, dann wenigstens auf englisch), ohne Grunz- und Zischlaute von mir zu geben, dann müssen wir noch circa 208,3 Jahre hierbleiben. Die nächsten dreihundert Jahre könnte ich dann mit Grammatikübungen verbringen. Damit jeder lückenlos in unsere Vergangenheit blicken kann haben wir nun übrigens unser Tagebuch archiviert (siehe oben - dieses "siehe oben" funktioniert aber nur so lange, wie dieser Monat noch nicht archiviert ist). Außerdem möchte ich hier noch kategorisch Massen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in den vorherigen und kommenden Beiträgen einräumen und ehrlich offen und frei zugeben. Manche habe ich auch schon entdeckt und für den Rest mache ich meine Deutschlehrerin in der Grundschule verantwortlich. Und ich möchte meine Homepage vorstellen, siehe sensomatic Startseite unter 'Christine'. Dort findet ihr dann auch den versprochenen Essay und noch viele andere tolle Sachen. Die Christine. |
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| 08|02|00 | tischlein deck dich! | |||||||
![]() Das Bild ist wieder ein Link. Diesmal: Sonntag morgen hat Gold im Mund. Jetzt ist es schon wieder dunkel draussen, die Christine ist schon im Bett und ich bin auch müde. Heute gib es deshlab nur Bilder aus dem Königreich. Wer den Adventkalender zum Advent verpasst hat, der kann jetzt zur passenden Seite hüpfen und sich das alles nochmal gefälligst ansehen. Ja, ansonsten hat die Christine heute Frames gelernt und eine Seite mit achundzwanzig Trilliarden Frames geschnipselt, dass sogar Deep Thought (hab' grad kein Link bei der Hand) in die Knie geht (sicher in Kürze auch hier erhältlich). |
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| 03|02|00 | Der schwarze Sack (lasst die Katze raus!) | |||||||
Während sich derzeit am Festland die Dinge überschlagen und die Leute nicht wissen, mit wem, oder mit welchem Flugzeug, oder von welchem Konto sie nun sollen, geht hier alles in etwas geordneteren Bahnen. Man freut sich, dass sich endlich das Riesenrad dreht und dass das Wetter so schön ist - das war gestern, heute hat es schon wieder geregnet. Es ist aber trotzdem eher Frühlingsstimmung. Das hindert die Einheimischen aber noch lange nicht, sich ganz in schwarz oder einem krachigen dunkelgrau zu kleiden, um sich ja nicht von der Umgebung abzuheben. Dies sollen auch die Müllsäcke nicht tun, die man nach Möglichkeit bei Dunkelheit vor die Tür legt. Manchmal sind sie am nächsten Tag manchmal aber auch erst nach fünf oder sechs Tagen verschwunden. Wann und nach welchem Prinzip das funktioniert, kann keiner sagen. So kann es sein, dass auf einer Strassenseite die Säcke abgeholt werden auf der anderen Strassenseite jedoch nur auf einem Abschnittt von 20 Metern. Mal verschinden die kleineren Sackanhäufungen mal die grösseren. Wo sind die Sackgesichter (Entschuldigung) die die Säcke in den Sackwald zu den anderen Säcken zum Sackhüpfen bringen? Warum sind alle Säcke schwarz? Warum stecken die Leute Papier und Pappkarton in weisse Plastiktüten, obwohl die Papierplastiktüten gleichzeitig mit den schwarzen Säcken verschwinden? Hmmmmm. Aber das nur so am Rande. Ich habe etwas viel wichtigeres herausgefunden. Auf der ganzen Welt gibt es Leute die sich langweilen und deshalb nicht nur eigenartige Sportarten, sondern andere lustige Beschäftigungen erfinden. Zum Besipiel das Katzenscannen. Besonders geeignet für diejenigen, die mit Katzen ansonsten nichts anfangen können oder mögen. |
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| 01|02|00 | aus aktuellem anlass | |||||||
Leider veranlasst uns die politische Situation in Österreich hier zur Sorge. Pressestimmen aus diversen englischen Lagern zeigen sich ebenfalls besorgt - siehe Observer von gestern, Sonntag (leider nicht online). Gut dass es die Leute von popo.at gibt, die tun was. Die Amis haben schon wieder was erfunden: Internet-user können jetzt per cookie ganz leicht persönlich ausgeforscht werden. Wie angenehm. Man muss sich nicht mehr umständlich bei jedem Service registrieren! DoubleKlick macht's möglich... Das Cluetrain Manifesto wird angeblich die Welt des E-commerce verändern. Und kottke.org find ich irgendwie gut. Schon komisch, da sitzen wir hier inmitten von Engländern die wir selber nicht immer verstehen, und lesen von unseren Freunden in Wien auf englisch. Wir bleiben unserer Zielgruppe daheim treu... An dieser Stelle möchte ich meine Familie in Molzbichl, die hoffentlich alle wieder wohlauf sind nachdem sie von einem bösen Grippevirus heimgesucht wurden, herzlich grüssen! So jetzt noch kurz was ich, Christine, so erlebt hab in den letzten Tagen: Am Freitag hab ich meinen 6200-Worte-langen Essay mit dem Titel "The Graphical User Interface. Time for A Paradigm Shift?" abgegeben und bin seitdem in Ferienstimmung. Wir haben ein Regal gebaut, das sieht sehr schick aus. Der Mark Lycette hat mich auf der Uni besucht und meinen KollegInnen seine Arbeiten gezeigt. Das war sehr nett. Und eventuell mach ich einen kleinen Job für Romandson (die Firma von Andy Cameron und Andy Allenson von Antirom), denn ich brauche Geld. |
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